Artemia züchten

Der Zuchbehälter

Um die Artemia zum schlüpfen zu bringen und sie im Anschluss von den Eiern (sog. Zysten) trennen zu können, gibt es im Handel speziell dafür entworfene Vorrichtungen wie z.B. von JBL oder HOBBY.

Man kann aber auch mit wenig Einsatz und etwas Handgeschick, solche Brutkästen selber bauen.

 

Dazu benötigt man:

  • 1 x 2l-Plastikflasche (durchsichtig)
  • 1 x 1,5l-Plastikflasche (durchsichtig)
  • 1 x 4/6mm-Schlauch - ca. 60 cm
  • 1 x Rückschlagventil
  • Klebeband (dunkel/undurchsichtig)
  • Silikon für Aquarien

 


Vorgehen:

Vorher alle Teile gründlich reinigen und ggf. desinfizieren.

 

Die 2l-Flasche wird ungefähr in der Hälfte (s. Abb.1) in zwei Teile geschnitten. Am unteren Teil wird vorsichtig ein 6mm-Loch gebohrt. Der Schlauch muss durch dieses Loch passen.

Dieser Teil stellt später unseren Sockel dar.

 

Die 1,5l-Flasche wird von dem Fuß getrennt (s. Abb.2). Sie stellt unseren Reaktor dar.

Der Fuß wird unser später unser Deckel, also nicht wegwerfen!

In einer der beiden Flaschenverschlüsse wird vorsichtig ein 6mm breites Loch gebohrt (s. Abb.3), wodurch der Schlauch gerade so durchpasst.

Der Schlauch wird in dieses Loch geführt und mit Silikon verklebt (s. Abb.4). Achten Sie aber darauf, dass der Verschluss noch weiterhin auf die Flasche passt. Verkleben Sie nicht das Gewinde!

Das ganze muss jetzt mindestens 12 Std. lang trocknen. In dieser Zeit sollten die Teile nicht bewegt werden um Risse und undichte Stellen zu vermeiden.

Abb.1
Abb.1
Abb.3
Abb.3
Abb.2
Abb.2
Abb.4
Abb.4

Der Sockel wird im Abstand von ca. 3 cm. längst eingeschnitten (s. Abb.5).

Der Deckel wird wieder auf die 1,5l-Flasche geschraubt. Zuerst schieben wir das lose Ende des Schlauches durch die Öffnung am Fuß unseres Sockels und dann schieben wir die Flasche mit dem Deckel in den Sockel. Beide Flaschen werden mithilfe von Klebeband miteinander verbunden (s.Abb.6).

 

Der Fuß, den wir zu Beginn weggeschnitten haben, dient uns nun als Deckel.

Zuletzt stecken wir noch ein Rückschlagventil auf den Schlauch, damit auch nichts ausläuft und 

 

Fertig!

Abb.5
Abb.5
Abb.6
Abb.6

Artemia aufsetzen

Nun füllen wir den Reaktor mit Salzwasser (30ppt, ca. 30,5g pro Liter) auf und schließen es an eine Membranpumpe (am besten steuerbar, 2-3 Blasen pro Sek.) an. Die Membranpumpe hilft den Artemien aus der Schale und erhöht so die Schlupfrate.

Nun werden die Artemia-Eier hinzu gegeben. Wieviel Sie dosieren, hängt von Ihrem Bedarf ab. Drei Messerspitzen sind aber für den Anfang OK. 

Nach ca. 36 Std. sind alle schlupffähigen Artemia geschlüpft und es kann abgesiebt werden. Nutzen Sie dafür Siebe mit Maschenweiten nicht größer als 120 µm.

Zum trennen von Nauplien und Eierschalen, nehmen Sie den Reaktor von der Membranpumpe und stellen das Gefäß an einem dunklen Ort auf. Stellen Sie eine schwache Lichtquelle am Fuß des Reaktors auf. Die Nauplien sammeln sich beim Licht und verdrängen die Schalen an die Oberfläche, die, ohne Strömung, ohnehin an Auftrieb gewinnen. 

Nach ca. 5 Minuten ist die Trennung vollzogen und das Rückschlagventil kann vorsichtig entfernt werden. Achtung, unbedingt überhalb des Wasserspiegels!! Die meisten Eierschalen die noch im Wasser verblieben sind, bleiben größtenteils beim Absieben an den Wänden des Gefäßes hängen. Reinigen Sie daher das Gefäß nach jedem Durchgang sehr gründlich. Die Artemiaeier, die im Sieb landen, zeigen den Teil auf der nicht geschlüpft ist, da die leeren Eierschalen nach oben wandern und nur die vollen Eier absinken. Ist der Anteil höher als 30%, sollten die Eier ausgetauscht werden. In der Regel beträgt die Schlupfrate 70-75%.

Das Aquarium / Aufzuchtbecken

Größe: Als Aufzuchtbecken sind 54l-Aquarien gut geeignet. 

Umwälzung/Heizung: Die optimale Temperatur beträgt 25°. Eine Umwälzung des Wassers sollte mittels einer Membranpumpe gewährleistet werden. Am besten in Kombination mit einem Schaumstofffilter (wie bei Garnelenbecken). Dabei ist darauf zu achten, dass die Umwälzung nicht zu stark eingestellt ist. Eine hohe Sauerstoffsättigung des Wassers wird von Artemia bevorzugt. 

Reinigung/Wasserwechsel: Das Aufzuchtbecken sollte einmal die Woche von am Grund liegenden Mulm befreit werden und ein Wasserwechsel zu 20% sollte durchgeführt werden. Dazu kann auch gut das Wasser aus einem laufenden Riffbecken genutzt werden. Dann aber den Salzgehalt unbedingt anpassen!

Beleuchtung:

Das Becken sollte eine leichte bis mittlere Beleuchtung haben, damit das Phytoplankton weiterhin Photosynthese betreiben kann und so, die Wasserqualität stabil bleibt.

Das Futter

Artemia bevorzugen Schwebealgen. Je mehr, desto besser. Jedoch muss auch hier auf die Wasserqualität geachtet werden. In der Natur ernährt sich dieser Filtrierer von Schwebealgen, Bakterien und Algenwuchs auf Steinen, Hölzern usw. die max. eine Größe von 50µm aufweisen.

Als Futter eignet sich zu Beginn Isochrysis, Chaetoceros und Tetraselmis. Diese beide Arten halten sich sehr leicht in Schwebe und haben zudem einen sehr hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren und Vitaminen. 

Das Wasser des Beckens muss dabei immer leicht grünlich/gelblich bleiben. Bei Überdosierung kann es in der Nacht zu verstärktem PH-Abfall kommen, also besser nicht zu viel der Algen zugeben. Sobald das Wasser zu sehr aufklart, kann nachdosiert werden.

Zudem ist es von Vorteil Aquariendeko wie Steine oder Wurzeln ins Becken zu legen (von Vorteil wenn diese Deko schon in Gebrauch war und gerade bei Morkienholz, die Säuren entwichen sind, da sie sonst den PH-Wert stark absenken). Die Artemia "grasen" diese Stellen dann häufig, auf der Suche nach Futter, ab.

Eine dichte Population kann man aber leider auf diesem Wege, nicht lange kultivieren. Grund dafür ist die Menge an Phytoplankton die benötigt wird und die Kosten die damit verbunden sind, diese zu produzieren. Aus diesem Grund wird in der intensiven Artemiazucht zu Nebenerzeugnissen der Lebensmittelindustrie gegriffen, da diese sehr günstig sind, das Wasser nicht zu sehr belasten und nahezu überall erhältlich sind. Diese wären z.B. Reiskleie, Maiskleie, Sojabohnenpellets oder Molke. Alternativ ist auch eine Fütterung mit Hefe möglich. Aufgrund der dicken Zellwand der Hefebakterien, kann es hier jedoch zu Verdauungsproblemen bei den Artemia kommen, wodurch Ausfälle entstehen und die Ausbeute deutlich geringer ausfallen kann. 

Vor und nach dem einweichen sollten diese Zusätze mit einem Sieb (kleiner als 50µm) abgesiebt werden um nur fressbare Partikel ins System zu geben.

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