Kultivierung von Nannochloropsis Salina u. Oculata

Allgemein:

Nannochloropsis Salina zählt zu den zähesten Phytoplanktonarten. Diese Art vermehrt sich so rasend schnell, dass eher die Gefahr besteht andere Kulturen damit zu infizieren. Aus diesem Grund sollte diese Art abseits von anderen Kulturen stehen um eine Kontamination zu vermeiden.

 

Kultivierungsgefäß:

Als Kultivierungsgefäß eignet sich bei Nannochloropsis nahezu jedes Gefäß. Es lässt sich sogar in Flaschen kultivieren. Jedoch muss hier dennoch auf Kontamination z.B. durch Insekten geachtet werden, da diese für eine Bakterienblüte sorgen können.

Die Kultivierung in sog. "Wassersäulen" ist bei Nannochloropsis unproblematisch.

 

Beleuchtung:

Eine Energiesparlampe mit 16 Std. Beleuchtungsdauer reicht hier aus.

 

Umwälzung/Belüftung:

Eine Belüftung ist nicht zwingend notwenig. Beschleunigt jedoch den Prozess. Sollte auf eine Belüftung verzichtet werden, muss das Gefäß jeden Tag geschüttelt werden, da sich sonst Ablagerungen am Bodengrund bilden.

 

Dünger:

Als Dünger eignet sich der Cell-Hi f/2 Dünger nach Guillard.

Wichtig: Auf keinen Fall Blumen- oder Pflanzendünger verwenden. Dieser ist für Phytoplankton ungeeignet, da die Nährstoffzusammensetzung nicht dem optimalen Bedarf des Phytoplanktons entspricht und so viele Makro- und Mikronährstoffe nicht abgebaut werden können oder gar zur Verfügung stehen. Dies führt dann zu Mangelerscheinungen, verminderten Wachstum und natürlich führt man die nicht abgebauten Nährstoffe (sehr oft Schwermetalle) den Futtertieren zu und belastet so das Aquarium.

 

Probleme:

Eine ernsthafte Gefahr stellt Zooplankton dar. Eine einzelne Brachionus z.B. reicht aus um die gesamte Kultur zum kippen zu bringen! Aber auch Copepoden fühlen sich pudelwohl in so einer Umgebung und futtern das Phytoplankton in kürzester Zeit auf. Das erkennt man daran, dass die Kultur immer gelber wird trotz ausreichendem Dünger im Wasser.

Eine Option stellt da das Aussieben der Kultur mithilfe eines feinen Siebes (25µm) dar.

Auch auf Überdüngung reagiert Nannochloropsis sehr empfindlich. Man erkennt eine Überdüngung daran, dass die Kultur Gelb/Braun wird.

Nannochloropsis beim Ansetzen...

...nach 3 Tagen...

...und wenn es "geerntet" werden kann.


Planktonreaktor von KnePo
Planktonreaktor von KnePo

Für gewöhnlich kultiviert man Phytoplankton in sogenannten "Phytoplanktonreaktoren". Diese kann man kommerziell erwerben oder für wenig Geld selber bauen (dabei ist im Vorfeld schon wichtig zu wissen welche Phyto-Art man kultivieren möchte um die Bedürfnisse dieser Art auch gerecht zu werden).

 

Bei Nannochloropsis Salina sind die Mindestanforderungen sehr gering. Dadurch lässt sich diese Art auch durchaus in einem Aquarium kultivieren, wenn man ein wenig acht auf Hygiene legt oder auch in PET-Flaschen (dann jedoch täglich schütteln, damit sich nichts am Boden absetzt).

Das heißt, dass bei jedem Kontakt mit dem Phytoplankton vorher die Hände gründlich gewaschen und am besten desinfiziert werden müssen, um ein einschleppen von Zooplankton zu verhindern.

Ebenso muss die gesamte Technik und der Behälter im Vorfeld gründlich gereinigt und desinfiziert werden (z.B. reine Citronensäure (entkalkt dabei auch sehr gut), Methylalkohol aus der Apotheke (VORSICHT LEICHT ENTZÜNDLICH!) oder DanKlorix) bevor eine Kultur angesetzt wird. Das Wasser wird immer frisch angesetzt und aufgesalzen.

Vorgehen - Schritt für Schritt:

 

  • Alle benötigten Gerätschaften, Behälter, Schläuche und Siebe werden gründlich gereinigt, desinfiziert (erst Klorix, dann Essig oder Zitronensäure zur Neutralisierung des Chlors) und anschließend (die äußere Oberfläche) mit Küchentüchern abgetrocknet.
  • Der Behälter wird aufgestellt, Beleuchtung und Pumpen werden angebracht.
  • 2 Tage altes, aufgesalzenes Osmosewasser (30-35ppt) wird in den Behälter gefüllt. Beströmung und Licht (14-16 Std.) werden eingeschaltet (das Verhältnis von Salzwasser zu Phyto-Kultur sollte beim Neuansatz 10 Einheiten Frischwasser : 1 Einheit Planktonkultur nicht übersteigen). Ab nun immer geschlossen halten!
  • Dünger hinzugeben, Angaben des Herstellers beachten und befolgen (Achtung: nicht überdüngen!)
  • Kultur einbringen und sofort wieder verschließen
  • Nach 5 - 7 Tagen ist die Kultur ausgereift und ein Teil kann entnommen und mit frischem Salzwasser, dass vorher gedüngt wurde, aufgefüllt werden (dabei immer eine Backup-Kultur im Kühlschrank lagern. Nannochloropsis soll bis zu 8 Wochen im Kühlschrank haltbar sein - zumindest überleben in dieser Zeit ca. 10-20% der Zellen).
  • Nach ungefähr 3 - 4 Wochen (sobald sich zu starke Ablagerungen bilden) sollte man die Kultur neu ansetzen und bei dem ersten Punkt wieder beginnen.

 

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